bAV für Arbeitgeber

Betriebliche Altersvorsorge (bAV) für Arbeitgeber in Aschaffenburg & Hanau

Die bAV ist für Arbeitgeber keine Kür, sondern Pflicht, mit Zuschuss und Haftung. Richtig aufgesetzt wird sie zum Benefit, den Ihre Mitarbeiter verstehen, und Sie sind rechtlich auf der sicheren Seite.

Warum Arbeitgeber die bAV ordnen sollten

Haftung begrenzen

Eine schriftliche Versorgungsordnung und dokumentierte Beratung schützen Sie vor Nachforderungen ehemaliger Mitarbeiter.

Mitarbeiter binden

Ein spürbarer Arbeitgeberzuschuss zeigt Wertschätzung und ist ein Argument im Bewerbungsgespräch.

Steuer und Abgaben sparen

2026 bis 676 Euro im Monat steuerfrei, davon bis 338 Euro auch frei von Sozialabgaben. Ihr Anteil ist Betriebsausgabe.

bAV-Rechner

Was kostet die bAV den Mitarbeiter netto?

Vereinfachte Beispielrechnung mit den Werten 2026. Weil Steuern und Sozialabgaben auf den umgewandelten Betrag entfallen, kostet ein Euro Beitrag den Mitarbeiter deutlich weniger als einen Euro.

Monatlich in den Vertrag118 €
Bruttoumwandlung Mitarbeiter
102,35 €
+ Zuschuss Arbeitgeber
15,35 €
− gesparte Sozialabgaben
21,65 €
− gesparte Lohnsteuer
30,71 €
Netto-Aufwand Mitarbeiter
50,00 €

Für 50,00 € netto fließen 117,70 € in die Altersvorsorge.

Annahmen: Beitragssätze 2026 mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag der Krankenkasse von 2,9 %, Beitragsbemessungsgrenzen 5.812,50 € (Kranken- und Pflegeversicherung) und 8.450 € (Renten- und Arbeitslosenversicherung). Ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Der Zuschuss richtet sich nach der tatsächlichen Ersparnis des Arbeitgebers, höchstens 15 %. Wichtig für die Gesamtbetrachtung: Die spätere Betriebsrente ist steuerpflichtig und, oberhalb eines Freibetrags von 197,75 € im Monat, beitragspflichtig in der Kranken- und Pflegeversicherung. Die gesetzliche Rente fällt durch die geringeren Beiträge etwas niedriger aus. Die Rechnung ersetzt keine individuelle Beratung.

Was Arbeitgeber bei der bAV müssen

  • Entgeltumwandlung ermöglichen: Jeder Mitarbeiter in der gesetzlichen Rentenversicherung hat nach § 1a BetrAVG einen Anspruch darauf, bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in eine bAV umzuwandeln. 2026 sind das 4.056 Euro im Jahr.
  • 15 Prozent Zuschuss zahlen: Soweit Sie durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge sparen, müssen Sie 15 Prozent des umgewandelten Betrags zusätzlich einzahlen. Das gilt seit 2022 für alle Verträge über Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.
  • Für die Zusage einstehen: Nach § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG haften Sie für die zugesagte Leistung, auch wenn ein Versicherer die Rente auszahlt.

Das Risiko in der Praxis: In vielen kleineren Betrieben sind über die Jahre Verträge verschiedener Anbieter entstanden, ohne Versorgungsordnung, ohne einheitliche Zuschussregel und ohne dokumentierte Information der Mitarbeiter. Das fällt oft erst beim Ausscheiden eines Mitarbeiters oder bei einer Betriebsprüfung auf. Ich bringe das mit Ihnen in eine klare Struktur.

Durchführungswege

Die fünf Wege der betrieblichen Altersvorsorge

Welcher Weg passt, hängt von Betriebsgröße, Zielgruppe und Ihrem Wunsch nach Verwaltungsaufwand ab. Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ist die Direktversicherung die erste Wahl.

Direktversicherung

Lebens- oder Rentenversicherung auf das Leben des Mitarbeiters. Einfach zu verwalten und beim Arbeitgeberwechsel mitnehmbar.

Pensionskasse

Rechtlich eigenständige Versorgungseinrichtung, ähnlich der Direktversicherung, oft branchenbezogen.

Pensionsfonds

Mehr Freiheit bei der Kapitalanlage und damit höhere Renditechancen, aber auch größere Schwankungen.

Unterstützungskasse

Ohne Höchstgrenze bei der Steuerfreiheit. Interessant für Geschäftsführer und Führungskräfte mit höherem Versorgungsbedarf.

Direktzusage

Der Arbeitgeber zahlt die Rente selbst und bildet Rückstellungen in der Bilanz. Meist nur für größere Unternehmen sinnvoll.

So funktioniert die Direktversicherung

Vereinfacht am Beispiel: Ein Mitarbeiter wandelt 100 Euro seines Bruttolohns um, der Arbeitgeber legt den Pflichtzuschuss von 15 Euro dazu.

  1. 1Mitarbeiterverzichtet auf 100 € Bruttolohn (Entgeltumwandlung)
  2. 2Arbeitgeberschließt den Vertrag ab und zahlt 100 € + 15 € Zuschuss direkt an den Versicherer
  3. 3Versichererlegt die Beiträge bis zum Rentenbeginn an
  4. 4Mitarbeiter im Ruhestanderhält eine lebenslange Rente oder eine Kapitalzahlung
VersicherungsnehmerArbeitgeber
Versicherte Person & BezugsberechtigterMitarbeiter
Bei ArbeitgeberwechselVertrag geht mit

Grenzen und Förderung 2026

  • Steuerfrei (§ 3 Nr. 63 EStG): bis 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also 8.112 Euro im Jahr oder 676 Euro im Monat.
  • Sozialabgabenfrei: bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 also 4.056 Euro im Jahr oder 338 Euro im Monat.
  • Geringverdienerförderung (§ 100 EStG): Zahlen Sie für Mitarbeiter mit bis zu 2.575 Euro Bruttolohn im Monat mindestens 240 Euro im Jahr zusätzlich ein, erhalten Sie 30 Prozent über die Lohnsteuer zurück, 2026 bis 288 Euro. Ab 2027 steigt der Höchstbetrag auf 360 Euro.

Neu durch das Zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz: Seit dem 22. Januar 2026 können auch Betriebe ohne Tarifvertrag per Betriebsvereinbarung ein Opting-out einführen. Neue Mitarbeiter werden dann automatisch in die bAV aufgenommen, solange sie nicht widersprechen. Der Arbeitgeber muss dabei mindestens 20 Prozent Zuschuss leisten. Seit dem 1. Juli 2026 können Mitarbeiter die Entgeltumwandlung nach einer entgeltlosen Zeit, etwa nach Krankheit oder Sabbatical, innerhalb von drei Monaten wieder aufnehmen.

Ablauf

In vier Schritten zur rechtssicheren bAV

  • 1
    BestandsaufnahmeBestehende Verträge, Zuschüsse, Tarifbindung und Unterlagen prüfen
  • 2
    VersorgungsordnungEinheitliche Regeln zu Zuschuss, Durchführungsweg und Anbieter festlegen
  • 3
    MitarbeiterinformationVerständliche Präsentation, Einzelgespräche und dokumentierte Verzichtserklärungen
  • 4
    BetreuungNeue Mitarbeiter, Austritte, Gesetzesänderungen und Anpassungen

Häufige Fragen zur betrieblichen Altersvorsorge

Muss ich als Arbeitgeber eine bAV anbieten?

Ja. Jeder Mitarbeiter in der gesetzlichen Rentenversicherung hat nach § 1a BetrAVG einen Anspruch auf Entgeltumwandlung bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, 2026 sind das 4.056 Euro im Jahr. Bietet der Arbeitgeber keinen Weg an, kann der Mitarbeiter eine Direktversicherung verlangen.

Wie hoch ist der Pflichtzuschuss zur Entgeltumwandlung?

Der Arbeitgeber muss 15 Prozent des umgewandelten Betrags zusätzlich einzahlen, soweit er dadurch Sozialversicherungsbeiträge spart. Das gilt seit 2022 für alle Verträge mit Entgeltumwandlung über Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds. Ein Tarifvertrag kann abweichende Regeln enthalten.

Hafte ich als Arbeitgeber für die Betriebsrente?

Ja. Nach § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG steht der Arbeitgeber für die zugesagten Leistungen ein, auch wenn ein Versicherer oder eine Versorgungseinrichtung die Rente auszahlt. Hinzu kommen Risiken aus fehlerhafter Information der Mitarbeiter. Eine schriftliche Versorgungsordnung und eine saubere Dokumentation senken dieses Risiko deutlich.

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt?

Ansprüche aus Entgeltumwandlung sind sofort unverfallbar. Arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften werden unverfallbar, wenn die Zusage mindestens drei Jahre bestanden hat und der Mitarbeiter mindestens 21 Jahre alt ist. Bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds kann der Mitarbeiter den Vertrag innerhalb eines Jahres zum neuen Arbeitgeber mitnehmen.

Welcher Durchführungsweg passt für kleine Betriebe?

Für Betriebe mit 10 bis 50 Mitarbeitern ist meist die Direktversicherung die einfachste Lösung: geringer Verwaltungsaufwand, keine Bilanzierung und Portabilität beim Arbeitgeberwechsel. Für Geschäftsführer oder Führungskräfte kann zusätzlich eine Unterstützungskasse sinnvoll sein.

Gibt es eine Förderung für Geringverdiener?

Ja. Zahlt der Arbeitgeber für Mitarbeiter mit einem Bruttolohn bis 2.575 Euro im Monat mindestens 240 Euro im Jahr zusätzlich ein, erhält er 30 Prozent davon über die Lohnsteuer zurück, 2026 bis zu 288 Euro. Ab 2027 steigt der Höchstbetrag auf 360 Euro, die Einkommensgrenze wird dann an die Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt.

Stand: Oktober 2026. Die Informationen ersetzen keine steuerliche oder arbeitsrechtliche Beratung.

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Die bAV lässt sich gut mit der betrieblichen Krankenversicherung kombinieren. So bieten Sie Vorsorge für heute und für später. Alle Themen finden Sie unter Gewerbekunden. Wer ich bin, lesen Sie auf der Startseite.

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